• Montessori Zuhause

    Die vorbereitete Umgebung im Alltag – Lernen im echten Leben

    Wenn von vorbereiteter Umgebung gesprochen wird, denken viele zuerst an Regale, Materialien und bewusst gestaltete Spielbereiche. Dabei entfaltet sich ihre größte Wirkung nicht im Kinderzimmer, sondern im Alltag. Dort, wo gegessen, angezogen, aufgeräumt und gegangen wird. Der Alltag ist kein Nebenschauplatz der Entwicklung. Er ist ihr zentraler Ort. Eine vorbereitete Umgebung im Alltag zeigt sich nicht durch zusätzliche Angebote, sondern durch Zugänglichkeit, Klarheit und echte Beteiligung. Kinder lernen nicht, indem sie beschäftigt werden, sondern indem sie handeln dürfen. Alltag als pädagogischer Raum Alltagstätigkeiten sind für Kinder besonders bedeutsam, weil sie wiederkehren und einen Sinn haben. Das Kind erlebt, dass sein Tun Wirkung zeigt und Teil eines größeren Zusammenhangs ist. Diese…

  • Montessori Zuhause

    Artikelserie zur vorbereiteten Umgebung – Teil 3

    Zeit als Teil der vorbereiteten Umgebung – warum Kinder Rhythmus brauchen Wenn Eltern an die vorbereitete Umgebung denken, haben sie meist Räume und Materialien im Blick. Was dabei leicht übersehen wird: Zeit ist ebenso ein gestaltender Faktor. Sie wirkt still, aber tiefgreifend. Wie Abläufe strukturiert sind, wie viel Wiederholung möglich ist und wie Übergänge begleitet werden, entscheidet maßgeblich darüber, ob Kinder zur Ruhe kommen, sich konzentrieren können und innere Sicherheit entwickeln. In der Montessori-Pädagogik ist Zeit kein neutraler Hintergrund. Sie ist Teil der Umgebung – und damit Teil der Verantwortung der Erwachsenen. Zeit ist kein Rahmen, sondern ein Wirkfaktor Maria Montessori beobachtete, dass Kinder dann in vertiefte Arbeit fanden, wenn…

  • Montessori Material

    Artikelserie zur vorbereiteten Umgebung – Teil 2

    Raum und Material in der vorbereiteten Umgebung – Klarheit statt Überangebot Wenn von vorbereiteter Umgebung die Rede ist, rücken Raum und Material schnell in den Mittelpunkt. Regale, Körbe, Holzspielzeug, klare Linien. Das ist verständlich, denn Raum ist sichtbar. Und Material lässt sich anfassen, kaufen, sortieren. Gleichzeitig liegt hier eine der größten Gefahren: Raum und Material werden leicht zum Selbstzweck. In der Montessori-Pädagogik sind Raum und Material niemals neutral. Sie wirken auf das Kind, sie strukturieren Wahrnehmung, sie laden zu bestimmten Handlungen ein – oder verhindern sie. Entscheidend ist dabei nicht die Menge, sondern die innere Logik. Dieser Artikel zeigt, wie Raum und Material Kinder unterstützen können, ohne sie zu überfordern,…

  • Allgemein

    Artikelserie zur vorbereiteten Umgebung – Teil 1

    Die vorbereitete Umgebung nach Montessori – was sie wirklich bedeutet Der Begriff „vorbereitete Umgebung“ taucht heute überall auf. In sozialen Medien, in Einrichtungstipps, in Kaufempfehlungen. Oft bleibt dabei der Eindruck zurück, Montessori sei vor allem eine Frage der richtigen Möbel oder der passenden Materialien. Genau hier beginnt jedoch das Missverständnis. Die vorbereitete Umgebung ist kein Gestaltungskonzept. Sie ist Ausdruck einer pädagogischen Haltung – und sie richtet sich in erster Linie an die Erwachsenen. Dieser Artikel beschreibt, was mit vorbereiteter Umgebung tatsächlich gemeint ist, warum sie Kinder stärkt und weshalb sie weit über das Kinderzimmer hinausreicht. Ursprung und Bedeutung der vorbereiteten Umgebung Der Gedanke der vorbereiteten Umgebung geht auf die Beobachtungen…

  • Allgemein

    Polarisation der Aufmerksamkeit – Warum man bei Montessori Kinder in Ruhe lässt

    Und warum Weniger manchmal Mehr ist Stellt euch vor, ein kleines Kind sitzt minutenlang auf dem Boden, vor sich einen langen Holzklotz, in dem viele verschiedene Einsatzzylinder in passenden Löchern stecken. Immer wieder nimmt es einen Zylinder heraus, dreht ihn, fasst ihn anders an, setzt ihn wieder ein. Manchmal klappt es gleich, manchmal muss es ganz schön hin und herschieben, bis der Zylinder passt. Es ist konzentriert und voll bei der Sache. Für uns Erwachsene mag das erstmal voll unspektakulär wirken. Vielleicht freuen wir uns (als Eltern) über ein paar ruhige Minuten. Vielleicht wollen wir hingehen und helfen, weil wir sehen, dass dieser Zylinder auf keinen Fall in dieses Loch…

  • Allgemein

    Montessori-Haltung verstehen: Vertrauen statt Eingreifen

    Jede Pädagogik beginnt bei uns selbst Wer sich mit Montessori beschäftigt, stößt früher oder später auf die berühmten „Montessori-Materialien“, die klare Struktur der vorbereiteten Umgebung oder auf den Leitsatz „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Doch hinter all dem steht eine Grundhaltung, die sich nicht in Materialien oder Regeln abbilden lässt oder die sich auf immer gleiche Methoden reduzieren lässt. Je länger ich mich mit Montessori beschäftige und nach ihren Erkenntnissen arbeite – in der Kita, im Familienalltag und in der eigenen Auseinandersetzung mit Erziehung – desto deutlicher wird: Es geht nicht darum, was wir tun. Sondern darum, wie wir das Kind sehen. Montessori-Pädagogik ist weit mehr als nur ein…

  • Allgemein

    Heiterkeit und Herz – Warum unsere Haltung das Wichtigste ist

    Ich habe gerade die Biografie von Karl Förster angefangen, weil ich mich eigentlich mal wieder mehr mit meinem Garten beschäftigen wollte (und im Winter hat man mehr Zeit zum Lesen, weil eh nichts wächst). Statt zwischen Beetplänen und Pflanzideen zu landen, bin ich – mal wieder – mitten in einem Erziehungsthema gelandet. Es ist fast so, als würde dieses Thema mich finden, egal, wo ich hinschaue bzw. lese – ein kleiner Hinweis darauf, wie sehr Haltung in allen Lebensbereichen eine Rolle spielt. Förster schreibt gleich im ersten Kapitel: „Ich bin der geheimnisvollen Fröhlichkeit und Glückseligkeit des Liebens, mit der uns die Eltern verwöhnten, selten im Zusammenleben von Kindern und Eltern…

  • Kommunikation mit Kleinkindern

    Achtsam erziehen – klar bleiben:

    Kinder brauchen Grenzen, um sich sicher zu fühlen. Erfahre, wie klare Kommunikation und liebevolle Führung Kinder im Alltag stärken. Für viele klingt es zunächst widersprüchlich: Wie soll ich gleichzeitig achtsam und klar sein? Sanft, aber bestimmt? Bedürfnisorientiert und trotzdem konsequent? Dieser scheinbare Gegensatz begegnet mir regelmäßig – in Elterngesprächen, auf Elternabenden und im pädagogischen Alltag. Und er ist verständlich. Mir ging es genauso: ich musste auch erst lernen, dass sich Achtsamkeit und Klarheit nicht ausschließen, sondern dass sie sich ganz im Gegenteil tatsächlich ergänzen. Kinder lieben Klarheit. Sie lieben Grenzen. Und sie brauchen sie. Nicht als Ausdruck von Strenge, sondern als Zeichen verlässlicher Führung und Orientierung. Viele Eltern, die sich…

  • Alltag mit Kleinkind,  Kommunikation mit Kleinkindern

    Bring- und Abholsituationen in der Kita

    Warum Kinder klare Verabschiedungen brauchen In vielen Kitas sind Bring- und Abholsituationen emotional aufgeladene Momente. Eltern möchten ihr Kind gut begleiten und gleichzeitig Rücksicht auf seine Gefühle nehmen. Doch gerade hier zeigt sich oft Unsicherheit: Wie viel Nähe ist richtig? Wann ist es Zeit zu gehen? Und wie kann ein Abschied klar und trotzdem feinfühlig gestaltet werden? Als Pädagogin beobachte ich diese Szenen täglich – und kenne sie auch aus eigener Erfahrung als Mutter. Viele Eltern möchten ihrem Kind Tränen ersparen und geraten dabei in einen inneren Konflikt zwischen Einfühlung und Abgrenzung. In diesen Momenten wird sichtbar, wie unglaublich wichtig klare, verlässliche Verabschiedungen sind. Warum Übergänge Kinder fordern Übergänge –…

  • Alltag mit Kleinkind,  Grenzen liebevoll setzen

    Bedürfnisse erkennen, Wünsche unterscheiden

    Wie wir unseren Kindern echte Orientierung geben In der pädagogischen Praxis begegnet mir immer wieder dieselbe Verunsicherung: Eltern möchten bedürfnisorientiert handeln, sind jedoch unsicher, wo Einfühlung endet und Orientierung beginnt. Häufig wird dabei ein grundlegender Unterschied übersehen – und zwar der zwischen Bedürfnis und Wunsch. Diese Unterscheidung ist zentral, wenn wir Kinder verlässlich begleiten wollen. Denn Orientierung entsteht nicht durch Nachgeben, sondern durch Klarheit. Bedürfnis und Wunsch – eine notwendige Differenz Ein Bedürfnis beschreibt etwas, das für das körperliche, emotionale oder psychische Wohlbefinden eines Kindes wesentlich ist: Nähe, Sicherheit, Geborgenheit, Nahrung, Ruhe, Bewegung, Zugehörigkeit.Ein Wunsch dagegen ist ein Ausdruck von Interesse, Genuss oder spontaner Motivation – etwas, das wünschenswert, aber…